Öko-Medaillen aus recyceltem Metall, Holz, Acryl, Kork, Papier oder Bioplastik: Wer eine Finisher-Medaille mit besserer Umweltbilanz sucht, hat mehr Auswahl, als viele denken. Jedes Material sieht anders aus, fühlt sich anders an und bringt eigene Stärken mit.
Läufer bewahren ihre Medaille auf, oft über Jahre. Die Umweltfrage entscheidet sich deshalb bei der Herstellung. Dieser Ratgeber zeigt die Optionen und worauf Sie bei jeder achten. Die Wahl treffen Sie.
- Die Umweltbilanz einer Medaille entsteht in der Herstellung: Rohstoff, Recyclinganteil, Beschichtung, Band und Verpackung.
- Jedes Material hat eigene Stärken. Welches zu Ihrem Lauf passt, entscheiden Sie.
- Entscheidend ist der Beleg: Prozentzahl, Siegel mit Nummer, Prüfbericht.
Wo die Umweltbilanz einer Medaille entsteht
Fünf Stationen auf dem Weg vom Rohstoff zur fertigen Medaille. An jeder können Sie nachfragen.
- RohstoffNeu gewonnen oder recycelt?
- HerstellungGuss, Laserschnitt, Druck
- OberflächeBeschichtung und Farbe
- BandPolyester, rPET oder Baumwolle
- VerpackungEinzelbeutel oder Sammelkarton
Acht Materialien im Vergleich
Typische Eigenschaften auf einen Blick. Sortieren Sie nach dem, was Ihnen wichtig ist.
- Recyceltes ZinkAltmetall statt neuem ZinkGewichtDetailLebensdauer
- Recyceltes AluminiumAltmetall, deutlich weniger Energie als neuesGewichtDetailLebensdauer
- Stahlteilweise aus StahlschrottGewichtDetailLebensdauer
- Holznachwachsend, mit FSC oder PEFCGewichtDetailLebensdauer
- Recyceltes Acrylrecycelter KunststoffGewichtDetailLebensdauer
- KorkRinde, der Baum bleibt stehenGewichtDetailLebensdauer
- Papier, KartonAltpapier möglichGewichtDetailLebensdauer
- Bioplastik (PLA)Pflanzenstärke, zum Beispiel MaisGewichtDetailLebensdauer
Skala 1 bis 5. Typische Werte, je nach Hersteller und Ausführung können sie abweichen. Gewicht: 1 sehr leicht, 5 schwer.
Sie wissen schon, was Sie brauchen?
Anfrage sendenRecyceltes Zink: der Klassiker mit besserer Bilanz
Die meisten individuellen Medaillen bestehen aus einer Zinklegierung. Sie wird in Form gegossen und liefert feine Details. Wer sie aus Altmetall statt aus neuem Zink gießt, ändert an Optik und Haptik nichts. Der Unterschied liegt in der Herstellung: Das Zink muss nicht neu aus Erz gewonnen werden.
Stärken
- Höchste Detailfreiheit: Reliefs, Ausschnitte, mehrere Ebenen
- Wertiges Gewicht, gleiche Optik wie neues Zink
- Haltbar über Jahrzehnte
Darauf achten
- Wie viel Prozent sind recycelt?
- Gilt die Zahl nur für den Medaillenkörper oder auch für Ring und Beschichtung?
- Gibt es einen schriftlichen Beleg?
weniger Emissionen nennt die britische Great Run Company für 100 Prozent recyceltes Zink, rund 0,2 Kilogramm CO2 pro Medaille. London Marathon Events schreibt, seine Medaillen bestünden aus 100 Prozent recyceltem Zink.Angaben der Veranstalter: Great Run Company, Umweltbericht 2025; London Marathon Events
Recycelt, aber welcher Teil?
„Recycelt“ gilt oft nur für einen Teil der Medaille. Fragen Sie für jeden Teil nach Anteil und Beleg.
- 1BandAnteil? Beleg?
- 2RingAnteil? Beleg?
- 3MedaillenkörperAnteil? Beleg?
- 4Beschichtung, FarbeAnteil? Beleg?
Aluminium und Stahl: leicht oder robust
Bei beiden Metallen lohnt der Blick auf die Herstellung. Recyceltes Aluminium braucht deutlich weniger Energie als neues. Stahl lässt sich zu einem Teil aus Stahlschrott herstellen. Wie hoch der Anteil ist, hängt vom Lieferanten ab.
Aluminium
- Leicht: spart beim Versand, angenehm zu tragen
- Eloxierbar: Farbe direkt in der Oberfläche, ohne Lack
Sehr feine Reliefs gelingen meist weniger gut als bei Zink.
Stahl
- Robust und sehr langlebig
- Ideal für klare, flache Formen per Laser: Logos, Streckenprofile, Umrisse
Schwerer als Aluminium.
Darauf achten
- Recyclinganteil mit Beleg
- Jeder zusätzliche Beschichtungsschritt braucht Chemie und Energie
Holz: warm, leicht, mit Charakter
Birke, Buche, Sperrholz oder Bambus: Holzmedaillen sind leicht und lassen sich per Laser sehr sauber gravieren. Mit UV-Druck sind auch Farben möglich.
Stärken
- Nachwachsender Rohstoff
- Geringes Gewicht
- Natürliche Optik, saubere Lasergravur
Darauf achten
- Siegel FSC oder PEFC: kontrollierte Forstwirtschaft, nachvollziehbare Lieferkette. Über CO2 sagen sie nichts.
- Holz ohne Siegel kann aus fragwürdigen Quellen kommen.
- Sperrholz ist verklebt. Lack, Folien und Plastikeinlagen bringen zusätzliche Stoffe ins Produkt.
weniger gegenüber Zink-Medaillen: So beziffern die Veranstalter des Kölner Marathons den Wechsel zu Holz. Laut Runner’s World war Köln der erste große deutsche Marathon, der aus ökologischen Gründen auf Metall-Medaillen verzichtete. Die Holzmedaillen kosten etwas mehr.Angaben der Veranstalter, berichtet von Runner’s World Deutschland
Recyceltes Acryl: bunt und leicht
Acryl ist ein glatter Kunststoff, der sich farbig bedrucken lässt und auch durchsichtig sein kann. Damit gelingen mehrschichtige, bunte Designs, auch in kleinen Auflagen.
Stärken
- Farbe und Transparenz
- Mehrschichtige Designs
- Kleine Stückzahlen möglich
Darauf achten
- Woher stammt das Recyclingmaterial? Oft sind es Produktionsreste aus der Fabrik, nicht gebrauchte Produkte. Beides ist recycelt, aber es ist ein Unterschied.
- Wie hoch ist der Anteil, und gilt er für das ganze Produkt?
Kork und Papier: sehr leichte Rohstoffe
Beide Materialien wiegen kaum etwas. Bei der Herstellung zählt vor allem, woher der Rohstoff kommt.
Kork
- Rinde der Korkeiche: Sie wird abgeschält, der Baum bleibt stehen und bildet neue Rinde
- Weich, warm, sehr leicht
Feine Details bricht Kork leicht aus. Einfache Formen wirken am besten.
Papier, Karton
- Altpapier als Rohstoff möglich
- Das leichteste Material im Vergleich
Am kürzesten haltbar, mag bei einem warmen Lauf keinen Schweiß.
Darauf achten
- Altpapieranteil, bei Frischfasern FSC oder PEFC
- Bei Kork: Bindemittel und Beschichtung
Bioplastik (PLA): aus Pflanzen, aber nicht automatisch abbaubar
Polymilchsäure, kurz PLA, ist ein Kunststoff aus Pflanzenstärke, zum Beispiel aus Mais oder Zuckerrohr. Der Rohstoff wächst nach. Der Name „Bioplastik“ verspricht aber mehr, als das Material hält.
Stärken
- Rohstoff aus Pflanzen, zum Beispiel Mais oder Zuckerrohr
Vorsicht bei Werbeaussagen
- Das Umweltbundesamt betont: Biobasierte Kunststoffe sind nicht immer biologisch abbaubar.
- Schreiben Sie „biologisch abbaubar“ nur, wenn Sie es belegen können.
- Auch hier zählen Rohstoffherkunft, Anteil und Beleg.
Das Band: mindestens so wichtig wie die Medaille
Das Band ist ein sichtbarer Teil der Medaille und lässt sich leicht umstellen.
Recyceltes Polyester (rPET)
- Aus recycelten PET-Flaschen
- Sieht aus und fühlt sich an wie ein normales Band, voll bedruckbar
- Siegel „Global Recycled Standard“: prüft Recyclinganteil und Lieferkette, für Verbraucher ab 50 Prozent
- Fragen Sie nach der Zertifikatsnummer
Bio-Baumwolle
- Vorteile liegen beim Anbau
- Braucht viel Wasser
- Kein automatischer Gewinner gegenüber recyceltem Polyester
Beschichtung, Farbe, Verpackung
Viele Metallmedaillen sind vernickelt, damit sie glänzen. Nickel kann Allergien auslösen, und eine Medaille hängt oft stundenlang auf nasser Haut. Fragen Sie nach einem Prüfbericht. „Nickelfrei“ ohne Test ist nur ein Versprechen.
pro Quadratzentimeter und Woche: So viel Nickel darf ein Produkt in der EU bei längerem Hautkontakt höchstens abgeben.EU-Chemikalienrecht (REACH)
Oberflächen, nach denen Sie fragen können
- Nickelfreie Schichten · mit Prüfbericht
- Vakuumbeschichtung (PVD) · ohne Galvanikbad
- Unbehandelte Oberfläche
- Hartemaille · glasartig
- UV-Druck
- Weiche Emaille · besteht aus Kunststoff
Verpackung
Die Entscheidung vor dem Material
Jede Medaille, die im Karton bleibt, hat Rohstoffe, Energie und Transport verbraucht. Zwei Maßnahmen helfen bei jedem Material:
Außerdem können Sie die Medaille als Option anbieten. Was Läufer dazu sagen, zeigt eine Umfrage aus Nordamerika:
nennen die Medaille als Grund für die Wahl eines Laufs
wünschen sich eine Alternative zum üblichen Finisher-Shirt
Als Ergänzung: Digital Awards. Eine digitale Medaille und eine digitale Hall of Fame für alle, die physische Medaille für diejenigen, denen sie wichtig ist.
Drei Fragen, die Sie sich stellen
- Was erwarten Ihre Läufer?
Gewicht, Optik und das Gefühl in der Hand prägen den Eindruck.
- Wie viel Detail braucht Ihr Design?
Fein und mehrschichtig stellt andere Anforderungen als klar und flach.
- Welche Nachweise brauchen Sie?
Recyclinganteil, Siegel und Prüfberichte sind Ihr Argument gegenüber Läufern und Sponsoren.
Checkliste für Ihre Anfrage beim Hersteller
Jedes Material hat seine Stärken
Metalle sind schwer und langlebig, Holz ist leicht und natürlich, Acryl ist farbig, Kork und Papier sind sehr leicht. Band und Oberfläche verbessern fast jede Medaille. Welches Material Sie wählen, entscheiden Sie. Wichtig ist, dass Sie Material, Anteil und Beleg kennen.
Bei WITISI bekommen Sie Medaillen aus recyceltem Zink und aus Holz, Bänder aus recyceltem Kunststoff, Merchandise für Ihre Teilnehmer, Gravur direkt vor Ort und Digital Awards. Zu weiteren Materialien beraten wir Sie gern.
Welches Material passt zu Ihrem Lauf?
Schildern Sie uns Ihr Event: Teilnehmerzahl, Datum, Wunschdesign. Wir beraten Sie zu Material, Menge und passenden Nachweisen. Bestellung ab 70 Stück.
Häufige Fragen
Welche Materialien gibt es für Öko-Medaillen?
Zur Auswahl stehen recyceltes Metall (Zink, Aluminium, Stahl), Holz, recyceltes Acryl, Kork, Papier und Bioplastik, dazu Bänder aus recyceltem Kunststoff. Jedes Material unterscheidet sich in Rohstoff, Optik, Gewicht, Detailreichtum und Lebensdauer.
Ist eine Holzmedaille besser als eine Metallmedaille?
Das hängt vom Rohstoff und von der Herstellung ab. Holz ist nachwachsend, leicht und lässt sich sauber gravieren. Achten Sie auf die Siegel FSC oder PEFC (kontrollierte Forstwirtschaft), wenig Kleber und keine Plastikeinlagen. Recyceltes Metall punktet mit dem Recyclinganteil. In beiden Fällen zählt der Beleg.
Ist Bioplastik (PLA) biologisch abbaubar?
Nicht automatisch. Biobasiert heißt, dass der Rohstoff aus Pflanzen stammt, etwa aus Mais oder Zuckerrohr. Das Umweltbundesamt betont, dass biobasierte Kunststoffe nicht immer biologisch abbaubar sind und abbaubare Kunststoffe sich nur unter bestimmten Bedingungen abbauen. Schreiben Sie „biologisch abbaubar“ deshalb nur mit Beleg.
Was bedeutet „recycelt“ bei einer Medaille?
Allein sagt das Wort wenig. Fragen Sie nach drei Dingen: Wie viel Prozent sind recycelt? Für welchen Teil gilt die Zahl (Medaillenkörper, Ring, Beschichtung, Band)? Und womit lässt sich das belegen?
Was ist der Global Recycled Standard?
Ein Siegel für Produkte aus recycelten Materialien, zum Beispiel für Bänder aus recycelten PET-Flaschen. Es prüft den Recyclinganteil und die Lieferkette. Für die Kennzeichnung gegenüber Verbrauchern verlangt es mindestens 50 Prozent. Fragen Sie nach der Nummer des Zertifikats.
Sollte ich einen Nickel-Prüfbericht verlangen?
Ja, wenn die Medaille vernickelt ist. Die EU begrenzt die Nickelabgabe bei längerem Hautkontakt auf 0,5 Mikrogramm pro Quadratzentimeter und Woche, und eine Medaille hängt oft stundenlang auf nasser Haut. „Nickelfrei“ ohne Test ist nur ein Versprechen.
Darf ich „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ auf der Seite meines Laufs schreiben?
Nicht ohne Beleg. Seit dem 27. September 2026 gelten in der EU strenge Regeln gegen irreführende Umweltwerbung. Nennen Sie stattdessen Material und Prozentzahl, zum Beispiel: Medaillenkörper aus Zinklegierung mit 100 Prozent Recyclinganteil laut Herstellererklärung. Das ist keine Rechtsberatung.
Ab welcher Stückzahl liefern Sie Medaillen?
Die Bestellung beginnt bei 70 Stück. Schildern Sie uns Ihr Event, dann beraten wir Sie zu Material und Menge.
Weitere Fragen? Schreiben Sie uns über die Anfrage oder an info@witisi.com.
Quellen anzeigen
- Great Run Company, Environmental Report 2025 (Angaben des Veranstalters)
- London Marathon Events, Umweltseite
- Runner’s World Deutschland, „Nachhaltigere Lauf-Veranstaltungen“ (Kölner Marathon)
- Umweltbundesamt, Biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe
- Running USA, „What Event Swag Do Athletes Actually Want?“ (Global Runner Survey 2022, Nordamerika)
- Richtlinie (EU) 2024/825
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Anhang zu § 3 Abs. 3